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Kräuter

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Artischocke

Die Artischocke (Cynara scolymus oder cardunculus) ist eine distelartige, kräftige Kulturpflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die Sortengruppe der Artischocken wird wegen ihrer essbaren knospigen Blütenstände angebaut und als Blütengemüse verzehrt. Ebenfalls zu Cynara cardunculus zählt das Blattgemüse Cardy.

Die Artischocke wurde zur Arzneipflanze des Jahres 2003 gekürt. Der in der Artischocke enthaltene Bitterstoff Cynarin beruhigt die Magenschleimhaut, hilft der Leber und schützt die Gallenblase. Er ist zuständig für den milden und herben Geschmack. Vorteilhaft ist die Artischocke bei Verdauungs- und Stoffwechselstörungen.

Artischocken wird eine appetitanregende, verdauungsfördernde und cholesterinsenkende Wirkung zugeschrieben. Aufgrund unterschiedlicher Wirkmechanismen (vermehrte Ausscheidung von Cholesterin, erhöhter Cholesterinverbrauch zur Gallensäuresynthese als auch Hemmung der Neubildung von Cholesterin in den Leberzellen) soll durch den Verzehr von Artischocken eine Senkung des Gesamtcholesterins um bis zu 12 Prozent möglich sein.

Der enthaltene lösliche Ballaststoff Inulin ist vor allem für Diabetiker gut geeignet. Artischocken sind kalorienarm und reich an Mineralstoffen wie Magnesium, Eisen, Phosphor und Kalzium. Des Weiteren enthalten sie B-Vitamine, Provitamin A und Vitamin E.

 

Bärlauch

Bärlauch (Allium ursinum) ist eine Pflanze der Gattung Allium und somit mit dem Schnittlauch, dem Knoblauch und der Zwiebel verwandt. Es ist ein geschätztes Wildgemüse und wird vielfach gesammelt. Laut einer Sage verdankt Bärlauch seinen Namen dem Bären, welcher nach dem langen Winterschlaf erstmals große Mengen dieser Pflanze fraß, um den Stoffwechsel wieder in Schwung zu bringen. Die alten Germanen glaubten die Bärenkräfte gingen durch den Verzehr dieser Pflanze auf den Menschen über. Andere Namen sind Hexenzwiebel, Zigeunerlauch, Waldknoblauch oder wilder Knoblauch.

Die Bärlauch Blätter besitzen eine große Menge an schwefelartigen ätherischen Ölen und antibiotischen Wirkstoffen, die sich positiv auf Verdauung, Atemwege, Leber, Galle, Darm und Magen auswirken. Der Bärlauch wirkt also bei Gärungsdyspepsien, da hier viele pathogene Bakterien entstehen. Eisen ist auch vorhanden und nimmt eine wichtige Funktion für den Sauerstofftransport im Blut ein. Der darin enthaltene Mineralstoff Magnesium ist für die Muskelfunktion wichtig. Das Senfölglykosid fördert die Verdauung und wirkt lästigen Blähungen entgegen. Es ist also ein Karminativum. Auch gegen Arterienverkalkung, hohen Blutdruck und Cholesterin wird die Pflanze benutzt und hat eine effektive Heilwirkung. Zudem wird Bärlauch auch gegen Wurmbefall benutzt und dies mit gutem Resultat.

Bärlauch wirkt auch präventiv, denn er eliminiert die freien Radikalen, die krebsfördernd sind. Im Gegensatz zu Knoblauch ist beim Konsum von Waldknoblauch keine Ausdünstung über die Haut vorhanden.

Durch Hitzeeinwirkung werden die schwefelhaltigen Stoffe verändert, wodurch der Bärlauch viel von seinem charakteristischen Geschmack verliert. Daher wird er meist roh und klein geschnitten unter Salate oder andere Speisen gemischt. Im Frühjahr kann Bärlauch auch den Schnittlauch oder das Zwiebelkraut ersetzen.

Boldo

Der Boldo (Peumus boldus) ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Monimiengewächse (Monimiaceae) gehört. Er stammt ursprünglich aus Chile. „Peumo“ wurde als Begriff von den Mapuche - Indianern gebraucht. „Boldo“ stammt vom Botanisten „Don Baltasar Manuel Boldo“ ab. Das wichtigste Molekül unter den 17 Alkaloiden, die isoliert wurden, ist die „Boldine“. Diese Substanz beschleunigt den Gallenfluss, beruhigt intestinale Spasmen, ist entzündungshemmend, antiparasitär und wird bei Pilzen angewendet. In der Baumrinde ist die Konzentration der „Boldine“ sehr stark. Die Blätter werden auch in verschiedenen Teesorten mit anderen Pflanzen vermischt. Die „Boldine“ verschleiert den Geruch des Kokains. Das ist interessant für die Drogendealer!

Das größte Interesse dieser Pflanze ist ihre Wirkung bei der Stuhlverstopfung. Sie fördert die Gallenproduktion und die Gallenausscheidung. Deshalb ist diese Eigenschaft bei fettigen Mahlzeiten angebracht. Die zweite Wirkung ist die Förderung der Stuhlentleerung. Bei längerem Gebrauch gibt es keine Nebenwirkungen. Im Gegenteil, die intestinale Beweglichkeit wird dank der antispastischen Wirkung verbessert. Diese Tugend wird zusätzlich durch eine ganz starke entzündungshemmende Eigenschaft bei Gallen- und Leberschmerzen verstärkt.

Der Boldo ist exzellent um präventiv gegen Gallensand oder Gallenschlamm vorzugehen, denn er verhindert eine Stagnation der Gallenflüssigkeit. Eine Gegenanzeige ist jedoch der Gallenverschluss. Eine wissenschaftliche Studie hat die Nützlichkeit dieser Pflanze beim metabolischen Syndrom gezeigt. Bekanntlich erhöht das metabolische Syndrom die Herzkrankheiten und auch Diabetes mellitus.

 

Breitwegerich

Breitwegerich (Plantago major) ist ein weit verbreitetes Volksheilmittel und gehört der Familie der Plantaginaceae an. Bekannt ist auch der Spitzwegerich (Plantago lanceolata). Ursprünglich in Europa heimisch, hat sich diese Pflanzenart inzwischen weltweit verbreitet. Da der Breitwegerich zu den „trittfesten“ Pflanzen gehört, ist er ein Anzeiger für häufig begangene Stellen. Er kam einst mit den europäischen Siedlern nach Nordamerika und wurde von den Indianern als „Fußstapfen des weißen Mannes“ bezeichnet.

Diese Pflanzenart ist sehr widerstandsfähig. Sie wächst auch in Pflasterritzen und auf häufig betretenen Rasenflächen. Die Blattfasern sind sehr resistent und elastisch. Das Kollagen ist ein elastisches und dehnbares Protein. Dieses Protein findet sich in den Adern und in der Lunge wieder und ist für die Dehnbarkeit verantwortlich. Verfechter der Signaturlehre sehen den Wegerich als Lungenpflanze an.

Verschiedene Eigenschaften werden dem Breitwegerich zugeschrieben. Er ist blutreinigend, harntreibend und fördert das Wachstum bei den Kindern. Was die Lunge anbetrifft können verschiedene durch Histamin bewirkte Allergien gelindert werden, denn er ist entzündungshemmend, krampfstillend und fördert die Wundheilung. Deshalb werden auch Krankheiten wie Halsentzündungen, Rhinopharingitis, asthmatische Hustenanfälle und Infektionen der Bronchien damit behandelt.


Wegener T, Kraft K, Plantain (Plantago lanceolata); antiinfammatory action in upper respiratory tract infections. Wien medizinische Wochenschrift 1999:149(8-10):211-6.

Der Breitwegerich ist schlechthin die Pflanze des Kettenrauchers. Bei der Entwöhnung wird das Nikotin, das verantwortlich für das Suchtverlangen ist, durch die blutreinigende und harntreibende Wirkung des Breitwegerichs ausgeschieden. Leber und Nieren scheiden das Nikotin aus und die schleimlösende Wirkung der Pflanze befreit die Atemwege. Zusätzlich werden bestehende Lungenschäden durch die elastische Komponente des Kollagens aufgehoben. Als Hinweis sollen Raucher, die aufhören wollen, mit der Einnahme von Teezubereitungen beginnen um dann besser mit dem Suchtverlangen eins zu werden.

Neuere Studien verweisen auch auf eine antivirale und immunmodulatorische Wirkung vom Breitwegerich.


Lien-Chai Chiang, Wen Chiang, Mei-Yin Chang, Chun-Ching Lin: In vitro cytotoxic, antiviral and immunomodulatory effects of Plantago major and Plantago asiatica. In: The American journal of Chinese medicine. Band 31, Nr. 2, 2003, S. 225–234.

 

Brennnesseln

Die große und die kleine Brennnessel: Urtica dioica und Urtica urens.

Bereits im Altertum wurde die Brennnessel sehr ausführlich beschrieben und als Heilmittel genutzt. In Europa und in Amerika hatte die Pflanze ihren Platz neben dem Hanf in der Textilproduktion. (Beide gehören der Familie der Brennnesselgewächse an) Netze und dicke Seile wurden früher aus der Brennnessel angefertigt, sowie auch weiches Gewebe, so weich wie Seide. Sie stammt aus Albanien, Bulgarien, Ex-Jugoslawien, Russland und Ungarn. Medizinisch verwendet werden frische und getrocknete blühende Pflanzen, die Wurzeln und der Samen.

Brennnessel ist reich an Mineralien wie Kieselsäure, Kalium, Calcium und Eisen, sowie an Vitaminen K, C, E und B. Sie enthält Chlorophyll, Aminosäuren und Fettsäuren, Triterpene, Flavonoïde und Tanine.

Innerlich werden die Blätter bei erschwertem Harndrang bei Prostataadenom, als Durchspülung bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege sowie vorbeugend bei Nierengrieß gebraucht. Äußerlich als Hilfsmittel bei rheumatischen Beschwerden, zur Pflege der fettigen Haare und gegen Schuppen. Die Blätter werden als Salat besonders im Frühling gegessen und wegen ihrer entwässernden und blutreinigenden Eigenschaften geschätzt.

Die Wurzeln dienen bei Prostataleiden. Mehrere Studien belegten bei Patienten mit gutartiger Prostatahypertrophie und Prostataadenomen in der großen Mehrheit eine signifikante Verbesserung von Harnfluss, ausgeschiedener Urinmenge und Befindlichkeit. Auch die Samen sind hierfür zuständig. In Deutschland wurden die Wurzeln auch bei Prostatakrebs ausprobiert.

Ekzem bei Kleinkindern, sowie Akne, Psoriasisleiden und Hautgeschwüre reagieren auch gut mit Brennnessel auch weil die Pflanze eine alkalische Wirkung hat. Harnsäure wird vermehrt ausgeschieden.

Eine besondere Eigenschaft ist die regularisierende Wirkung der Pflanze auf die Nebennieren, hauptsächlich in Stresssituationen mit Verminderung der negativen Folgen einer zu großen Adrenalinausschüttung. Schilddrüse und Nebenschilddrüsen werden stimuliert.

Das Immunsystem wird positiv beeinflusst. Eine antibakterielle Wirkung gegenüber dem Staphylococcus aureus und albus konnten nachgewiesen werden.

Im Marokko wird die Pflanze bei hohem Blutdruck verwendet. In China gebraucht man die Pflanze bei Menstruationsbeschwerden und als Blutbildung, hauptsächlich nach einer Entbindung.

Sie enthält das Sekretin, ein Hormon, das die Verdauungsdrüsen aktiviert. Deshalb wird die Brennnessel als Nahrungsmittel hochgepriesen

 

Buchsbaum

Der Gewöhnliche Buchsbaum (Buxus sempervirens), auch nur Buchsbaum oder Buchs genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Buchsbäume. Er ist in Südwesteuropa, Mitteleuropa, Nordafrika und Westasien heimisch.

Medizinisch gesehen hat der Buchsbaum immer Misstrauen hervorgerufen. Aber diejenige, die das Heilmittel getestet haben, wissen wie wirksam der Buchsbaum gegenüber Grippezustände und Malaria ist. Alles ist Gift, nichts ist Gift, nur die Dosis zählt, sagte Paracelsus.

Der Buchsbaum ist eine großartige Pflanze mit antibakterieller und antiviraler Wirkung. Bei einer Grippe ist der Buchsbaum extrem wirksam. Bei irgendeiner Infektion, sei sie im Nieren-Blasenbereich, im Darmtrakt oder im Lungenbereich beschleunigt der Buchsbaum die Heilung. Die Auswirkungen sind immer die gleichen, nämlich Schwitzen mit schneller Fiebersenkung. Die Darmpassage wird durch die Gallensekretion gefördert. Jede Infektion wird erfolgreich bekämpft. Auch äußerlich bei Gürtelrose, Herpes oder einer infizierten Wunde erreicht man mit einem Dekokt sehr gute Resultate. Auch bei Pilzerkrankungen ist der Buchsbaum wirksam. Einige wissenschaftliche Studien, durchgeführt von Pr. Montaignier, dem Mitentdecker des Aids Virus, haben eine positive Wirkung gegenüber dieser Krankheit gezeigt. Die Anti-Malaria Wirkung wurde 2014 bewiesen. Mehr als 50 Alkaloide sind zuständig für die antibakterielle Wirkung und gute Resultate wurden bei Alzheimer und Krebs erreicht.

Der Tee des Buchsbaums ist nicht angenehm zu trinken, aber ein leichter Absud ist gut zu akzeptieren. Das Heilgetränk ist schwerer zu genießen, falls der Tee zum Siedepunkt gebracht wird, obschon dann eine größere Wirkung festzustellen ist. Man kann den Tee 5 bis 10 Minuten ziehen lassen und trinkt davon 2-3 Tassen pro Tag während 2-7 Tage. Für äußerliche Anwendungen soll man den Tee 1-2 Minute lang kochen.

Falls der Tee zu stark ist, kann eine abführende Wirkung erfolgen, bedingt durch eine Vermehrung der Gallensekretion.

 

Echter Alant

Echter Alant (Inula Helenium) ist eine Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie wird bereits seit der Antike als Heil- und Gewürzpflanze gebraucht. Der genutzte Teil der Pflanze ist die Wurzel. Echter Alant wird bei Hustenanfällen mit oder ohne Auswurf, Luftröhrenentzündungen, Bronchitis, Lungenemphysem und Lungenentzündungen, Allergien mit Asthmakrisen und Rippenfellentzündungen angewendet.

Echter Alant kommt auf vielen Ebenen zur Geltung, nämlich im Verdauungsbereich, wo er das intestinale Gleichgewicht fördert sowie auch im neurologischen und im immunologischen Bereich, wo auch das Gleichgewicht angestrebt wird. Zu verstehen gilt es, dass gerade weil diese Bereiche nicht im Gleichgewicht sind, es zu respiratorischen Störungen kommt. Der Alant verstärkt diese Bereiche und deshalb kommt es schneller zur Genesung. Zuerst wirkt der Alant im Darmtrakt, dort wo die Immunität innewohnt. Reich an Inulin, eine sogenannte präbiotische Faser, die zuständig für die Nahrung der Darmflora ist, hat der Alant auch eine bakterizide Wirkung gegenüber pathogenen Bakterien. Diese doppelte Wirkung garantiert also eine gute Gesamtimmunität.

Andere Komponente, die Bitterstoffe (Sesquiterpene Lactone) regen die Verdauungssäfte an, somit Gallenflüssigkeit und Magensäfte, die zur besseren Verdauung der Lebensmittel führt. Dies ist ganz interessant, da man weiß, dass sich Leber-und Verdauungsüberbelastungen mit einem bronchopulmonalen Ausufern mittels des lymphatische System ausdrücken können.

Was den Atmungsbereich angeht, hat der Alant eine krampfstillende Wirkung, lindert den Husten und scheidet den Schleim aus. Seine schleimlösende, antivirale und antiseptische Wirkung kombiniert mit einer antiallergischen Komponente macht aus dem Alant eine bewertete Pflanze. Alles deutet darauf hin, dass der Alant eine Pflanze für die Bekämpfung der chronischen Lungenkrankheiten ist.

 

Echter Lorbeer

Der Echte Lorbeer (Laurus nobilis), das Kraut der Sieger, auch Edler Lorbeer oder Gewürzlorbeer genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Lorbeeren (Laurus) innerhalb der Familie der Lorbeergewächse (Lauraceae).

Hiervon stammt das Wort Bakkalaureat ab, das Abitur. „Baccae laurae“, die Früchte des Lorbeers. Der Sieger des Turnieres oder der Schüler, der sein Abitur bestanden hat bekommen den Lorbeerkranz. Apollo, der griechische Sonnengott, hat diesem Strauch magische Heilkräfte verliehen.

Die ätherischen Öle dienen dazu die Ängste zu überwinden um das vorgegebene Ziel zu erreichen. Man bekommt mehr Mut um die Aufgaben direkt anzugehen und nicht auf den Tag danach zu verlegen.

In der Küche wird der Lorbeer benutzt um die Verdauung zu verbessern. Er wirkt gegen Gasbildung und Völlegefühl. Beim Kauen eines Lorbeerblattes spürt man den sich vermehrenden Speichelfluss. Überall im Verdauungstrakt (Magen, Leber, Bauchspeicheldrüse) wird die Säfte - Produktion angekurbelt. Das ätherische Öl hat eine starke Wirkung gegen schlechte Bakterien, die den Darm besiedeln. Bei Darmfäulnis mit übelriechenden Gasen kann der Lorbeer mit einer Honigmischung Wunder wirken, genauso bei Bronchitis, Sinusitis, Grippe, Angina und Asthma mit Schleim.

Bei Zahnschmerz erfolgt eine Linderung, wenn man das Zahnfleisch mit dem Öl einreibt. Parodontitis und Stomatitis reagieren gut auf Lorbeeröl.

In der Kosmetik ist die antiseptische Wirkung auf der Haut bekannt. Akne, Dekubitus und Furunkeln können so erfolgreich behandelt werden.

So kann Apollos Kraut helfen jeden Tag einen Sieg einzufahren.

 

Echtes Mädesüss

Das Echte Mädesüß (Filipendula ulmaria oder Spirea ulmaria) ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) gehört.

In der Naturheilkunde finden die Inhaltsstoffe der Heilpflanze bisher in erster Linie Anwendung bei der Rheumatismusbehandlung. 1853 konnte die Salicylsäure aus dem Salicylaldehyd synthetisiert werden. Wichtige Wirkstoffe sind: Phenolgykoside wie Monotropidin und Spiraein, aus denen beim Trocknen in geringen Mengen ätherisches Öl mit Salicylaldehyd und mit Methylsalicylat entstehen. Desweiteren gibt es Flavonoide wie Spiraeosid und Gerbstoffe (Ellagitannine).

Der ziehende Dauerschmerz in Weichteilen oder Gelenken wird mit Spiraea ulmaria symptomatisch kuriert. Weiterhin wurden gute Erfolge bei Schleimhautentzündungen verzeichnet, ebenso bei allen fieberhaften Erkrankungen. Die wirksamen Bestandteile der Pflanze gelten außerdem als schweißtreibend und fördern die Harnausscheidung bei Blasen- und Nierenleiden. Auch bei der unterstützenden Behandlung von Erkältungskrankheiten hat sich die Pflanze bewährt, denn durch das Schwitzen kann das Fieber auf natürliche Weise gesenkt werden. Verschiedene Arten von Krebs können verhindert werden. Weiter haben finnische Forscher rausgefunden dass die Pflanze eine antibiotische Wirkung hat. Die harntreibende Wirkung ermöglicht die Ausscheidung der Toxine.

Die Tatsache, daß Spiraea ulmaria – genau wie die Weide – einen hohen Anteil an Salicylaldehyd sowie freier Salicylsäure aufweist, hat ihr heute eine Bedeutung bei der Therapie von peripheren Durchblutungsstörungen gegeben. Periphere Durchblutungsstörungen sind eine Erkrankung unserer Zeit.

Nach neuesten Erkenntnissen sind die Inhaltsstoffe der Spiraea ulmaria in der Lage, im menschlichen Organismus die Verklumpung von Thrombozyten zu verhindern. Dadurch kann bei einer bereits vorhandenen Verengung eines Blutgefäßes, die verbesserte Fließeigenschaft des Blutes eine folgenschwere Verstopfung verhindern. Dies bedeutet, dass dem Herz- oder Hirninfarkt, durch die orale Anwendung dieser Pflanze vorgebeugt werden kann.

Die Ellagitannine inhibieren das Histamin, das die allergischen Symptome und die Magengeschwüre provoziert.

Komischerweise können alte Magengeschwüre, bedingt durch Alkohol und Aspirin, geheilt werden. Magensäure und sogar Gewebesäure, die als Ursprung der Demineralisation mit als Folge Abnutzung der Gelenke und Gelenkschmerzen gilt, werden mit dem Mädesüß erfolgreich behandelt. Migräne, Gicht und Durchfall, sowie Rheumaschmerzen bei feuchtem Wetter können positiv beeinflusst werden.

Aufgepasst bei Aspirinallergien!

 

Eibisch

Der Eibisch (Althaea officinalis), gehört zur Familie der Malvengewächse (Malvaceae) und ist daher wie seine Verwandten eine Zierde für jeden Garten.

Schon seit der Antike gehört der Eibisch zu den hoch geschätzten Heilpflanzen.

Sein wichtigster Inhaltsstoff ist der Schleim, der in großen Mengen vorkommt. Daher darf man den Eibisch auch nicht kochen, sondern nur als Kaltauszug ansetzen, um die Kräfte des Schleimes zu erhalten. Andere Stoffe sind Saponine, ätherisches Öl, Asparagin, Ephedrin, Gerbstoffe, Gerbsäure, Cumarine und Zink.

Der Pflanzenschleim hält das Wasser in den Schleimhäuten zurück und fördert so die natürliche Ausscheidung der Schleimhäute. Der Blutandrang, die Entzündung und die Röte verschwinden. Das Gewebe regeneriert. Verschiedene Studien haben die hustenstillende Wirkung bewiesen.

Department of Pharmacology, Jessenius Faculty of Medicine, Comenius University, Martin, Slovakia.

Trockene Hustenanfälle, Entzündungen der Luftröhre, des Rachens, des Kehlkopfes, Bronchitis oder einfach ein Kratzer im Hals können positiv beeinflusst werden. Im Bereich der Verdauungsorgane beruhigt der Eibisch Magenentzündungen und Magengeschwüre ebenso wie Darmentzündungen. Sogar verschieden Blasenentzündungen und Nierenkoliken können mit dieser Pflanze gelindert werden. Die Eibischwurzel ist ein gutes Hausmittel um bei Kleinkindern die Schmerzen bei der ersten Zahnung zu lindern. Die Wurzeln müssen nur ziemlich groß sein um einer Erstickungsgefahr aus dem Weg zu gehen und dementsprechend zerkaut werden.

Auf der Haut beruhigt der Eibisch jede Hautirritation, Ekzeme, Verbrennungen und Insektenstiche. Trockene Haut reagiert sehr gut auf diese Pflanze in dem Wasser zurückbehalten wird. Deshalb wird in der Kosmetik vermehrt von dieser Pflanze Gebrauch gemacht.

Durch den Pflanzenschleim können verschiedene Medikamente mit Verspätung aufgenommen werden. Deshalb soll wenigstens zwei Stunden nach der Einnahme der Medikamente gewartet werden, bevor der Eibisch eingenommen wird.

 

Esche

Die Eschen (Fraxinus) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae). In Europa sind drei Arten heimisch: die Gemeine Esche (Fraxinus excelsior), die Manna-Esche (Fraxinus ornus) und die Schmalblättrige Esche (Fraxinus angustifolia).

Die Gemeine Esche, Gewöhnliche Esche oder Hohe Esche( Fraxinus excelsior) ist eine in Europa heimische Baumart, die in geschützten Waldgesellschaften, mit einer Wuchshöhe von etwa 40 Metern, zu den höchsten Laubbäumen Europas zählt. An exponierteren Standorten erreicht sie jedoch oftmals nur um 15 bis 20 Meter.

Eine wichtige Anwendung der Esche empfiehlt sich bei Allergien. Der Histaminspiegel, der zuständig ist für Prickeln, Juckreiz und Bronchialverengungen senkt sich im Blut, nachdem hintereinander ein Paar Tassen Eschentee getrunken wurden. Es erfolgt eine Harneliminierung des Histamins. Diese Aktion wird auch durch die antientzündlichen Wirkungen der Iridoiden und des Fraxosids verstärkt.

Sehr interessant ist die Wirkung der Esche bei rheumatischen Erkrankungen, die starke Schmerzen auslösen. Die Entzündungsproteine und die überschüssige Säure werden über die Nieren ausgeschieden. Es ist bekannt, dass die Säure das Gewebe im Knochenbereich demineralisiert, was dann zu einer Arthrose führt. Die Schmerzen nehmen schnell ab und sogar Leute, die unter Gicht leiden, sind schnell beschwerdefrei.

Die Manna-Esche ist bekannt für ihre milde abführende Wirkung. Sogar die Säuglinge können davon profitieren. Die Blätter beinhalten auch Pflanzenschleim und eine weitere Angabe ist, dass die Esche eine entgegengesetzte Wirkung hat, nämlich sie ist abführend und Anti-Durchfall. Deshalb wirkt die Esche regulierend auf den Darm.

30 bis 40 Eschenblätter pro Liter Wasser haben eine optimale Wirkung. Dann wird 15 Minuten aufgewärmt und während drei Wochen wird dieser Tee getrunken. Man kann diese Kur präventiv anwenden und ein paar Tropfen Zitrone miteinfügen. Ein Alkoholextrakt mit Eschenblättern kann auch hergestellt werden. Auf Kapseln mit Trockenextrakt sollte man verzichten.

Zusammenfassend besitzt die Esche eine harntreibende Wirkung und ist sehr wertvoll bei Allergien und rheumatischen Schmerzen.